The Resolution Solution: 3 Techniken für effektivere Vorsätze in 2026

Viele Neujahrsvorsätze scheitern – nicht an Disziplin, sondern an schlechtem Design. Eine Längsschnittstudie mit 200 Teilnehmern zeigt es deutlich: 77% hielten ihre Vorsätze eine Woche durch, aber nur 19% nach zwei Jahren.
Die gute Nachricht? Es geht auch anders.
Hier sind drei Ideen, die mich an meinen Jahreswechseln (und auch unter dem Jahr) begeiten.
(1) Jesse Itzler’s Secret to Living an Unforgettable Life Every Year.
Meine erste Jahresendroutine hab ich von Jesse Itzler. Er teilt drei einfache, aber wirkungsvolle Praktiken:
Das Misogi
Ein altes japanisches Reinigungs-Ritual. Für Jesse bedeutet das: EINE jahresdefinierende Errungenschaft zu schaffen. Etwas, auf das du mit Stolz zurückblickst. Was war das für Dich 2025? Was ist das für Dich in 2026? Ein Podcast gestartet? Mit dem Rauchen aufgehört? Das ist dein Berggipfel, der dein Jahr prägt.
2025 war das für mich das Freischwimmen im offenen Meer (neu) zu lernen.
Und 2026 wird das für mich eine Konversation in Budva sein. In montengrinisch.
Kevin’s Rule
Jesse’s Freund Kevin ist der Namensgeber für seinen nächsten Tipp: Sechs Mini-Abenteuer pro Jahr. Alle zwei Monate etwas tun, das du normalerweise nicht tust. Und das muss nicht viel Geld kosten. Eine Bergwanderung. Einen (Halb-)Marathon. Eine Übernachtung in der Wüste unter freiem Himmel. Was sind Deine Mini-Abenteuer für 2026?
Warum empfiehlt Jesse alle zwei Monate? Wenn Du mit 40 startest und bis 80 lebst, hast Du damit 240 einzigartige Erlebnisse, die sonst nie existiert hätten! Hört sich für mich nach einem erfüllten Leben an.
Und natürlich dürfen es auch alle drei Monate sein.
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Trage Dir Deine Mini-Abenteuer *jetzt* in Deinen Kalender ein. Sonst tragen andere Leute andere Termine in Deinen Kalender und Du findest keine Zeit mehr dafür. So hast Du eine perfekte
Quarterly Winning Habits
Der letzte Tipp, den Jesse für uns hat, sind Quarterly Winning Habits: Jedes Quartal eine neue förderliche Gewohnheit. Kleine, stetige Schritte, die sich aufaddieren.
Und auch hier gilt: Mach es erst mal klein. “Jeden Tag 3+ Liter Wasser” ist zu gross, zu vage. Verankere die neue Gewohnheit in Deinen Alltag.

Total hilfreich: Habit Stacking von James Clear. Verknüpfe neue Gewohnheiten mit bereits bestehenden, fest verankerten Gewohnheiten. Zum Beispiel: vor dem Zähneputzen und nach jedem Essen ein großes Glas Wasser trinken.
James’ Buch “Atomic Habits” ist übrigens ein schönes, nachträgliches Weihnachtsgeschenk für jeden, der selbst jeden Tag 1% besser werden will.
Wichtig: Stell sicher, dass Du Deine neuen Gewohnheiten positiv formulierst. Wie soll dich etwas motivieren durchzuhalten, das du gar nicht willst? Wenn du dir vornimmst “weniger Fett zu essen” – was isst du denn stattdessen?
Und: Mach’s konkret. Denn: “mindestens zweimal Gemüse und Reis statt Schnitzel und Pommes in der Woche” ist besser messbar.
(2) Ecocycle Planning – Was blüht, was verwelkt?
Meine zweite Routine kommt aus den Liberating Structures. Ein kraftvolles Werkzeug für Workshops mit großen Gruppen. Und Ecocycle Planning eignet sich auch hervorragend für die persönliche Reflexion am Jahresende – und das Ableiten von konkreten Vorsätzen!
So geht’s:
Erstelle zwei Listen:
- Alles, womit Du aktuell deine Zeit verbringst
- Wichtige Ambitionen und Aktivitäten, die „man“ mal angehen müsste
Platziere dann die Elemente auf dem Ecocycle mit seinen vier Phasen
⛅️ Geburt (Birth) – Was keimte neu in 2025?
☀️ Reife (Maturity) – Was trägt verlässlich Früchte und schafft Wert?
⚡️Kreative Zerstörung (Creative Destruction) – Welche Dinge funktionieren (nicht) mehr und sollten neu gedacht werden?
☯️ Erneuerung (Gestation) – Welche Ideen hast Du für 2026? Welche Samen willst du 2026 säen?
… und den zwei Fallen:
⚠️ Die Armutsfalle (Scarcity Trap) – mit welchen Ideen kommst Du nicht aus dem „Quark“, was braucht mehr Aufmerksamkeit, damit es 2026 eine Chance hat, verwirklicht zu werden?
⚠️ Die Trägheitsfalle (Rigidity Trap) – welche Dinge solltest Du 2026 (endlich) loslassen?

Sieh Dir dann deinen Ecocycle an: Wie ausgewogen ist er? Wo häuft sich was? Was steckt fest? Was hat noch echten Wert? Wo liegen ungenutzte Wachstumschancen? Welche Ideen verhungern in der Armutsfalle? Und welche Aufgaben wirst Du 2026 endlich los?
(3) Die 2 Minuten Technik für JETZT
Und wenn du dir bei (1) und (2) oben jetzt gedacht hast “Boooaaahhh, geht’s auch einfacher?”, dann kommt hier meine 2-Minuten-Technik für den einen Vorsatz für 2026:
Nimm Dir JETZT ein Blatt Papier und schreib auf:
☀️ Was ist mir 2025 gelungen? Worauf bin ich stolz?
++ Wovon brauche ich 2026 mehr?
— Wovon brauche ich 2026 weniger – was soll stattdessen da sein?
Wichtig: Mach JETZT keine lange Liste. Schreib pro Frage nur die drei ersten Dinge, die Dir einfallen, auf.
Und dann beschreib Dir Deine kleine 15%-Lösung für Dein „Mehr von“ (++) und Dein „Was stattdessen“ (–). Welchen kleinen Schritt kannst DU dafür, GENAU JETZT, direkt selbst tun, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen bzw. von jemand anderem abhängig zu sein?
Und dann mach’s konkret:
- Woran erkennst Du, dass es funktioniert?
- Welches erste kleine Anzeichen wirst Du nächste Woche bemerken?
- Woran wird es Deine Familie, Deine Freunde, Deine Arbeitskollegen in 4 Wochen (in 3 Monaten) merken, wenn Du dabei geblieben bist?
- Und was wird dadurch für Dich noch möglich?
- Und was noch?
Ich wünsch Dir ein erfülltes und gesundes 2026. Und natürlich viel Spass bei der nächsten Runde um die Sonne!
